Über uns

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Dezember 11, 2012 von Andreas

Wir sind eine Gruppe von momentan 7 Erwachsenen, die gemeinsam eine landwirtschaftliche Fläche kaufen wollen. Unser Ziel ist es, diese Fläche dem Markt dauerhaft zu entziehen. Wir wollen sie als Gemeingut bewirtschaften: gemeinsam, auf gleicher Augenhöhe und mit mehr Krisensicherheit. Dabei soll ein Teil der Ernte (mindestens 20%) gratis an die Gesellschaft abgegeben werden. Es wird nichts verkauft werden. Die Ernte wird von den Mitgliedern der Gruppe verzehrt und verschenkt.

Ein wesentliches Ziel ist eine Subsistenzorientierung. Das heißt, dass die Fläche grundsätzlich für die Mitglieder einen deutlichen Beitrag zur Versorgung mit Nahrungsmitteln leisten können soll.

Dazu haben wir den durchschnittlichen Flächenbedarf nach Ernährungsempfehlung und bei biologischer Landwirtschaft berechnet. Im Schnitt können in Österreich unter diesen Voraussetzungen 7-15 Erwachsene auf einem Hektar das ganze Jahr über ernährt werden (problemlose Lagerung vorausgesetzt). Bei vollständiger veganer Ernährung das ganze Jahr über (inkl. Bedarf an Ölen, gewissem Ausmaß an Getreide etc.) ist von einer Spanne von 7-10 Erwachsenen auszugehen.

Den Kauf soll ein Verein tätigen, der bald gegründet wird. Die Mitglieder des Vereins sollen über gleiche Nutzungsrechte (Fruchtgenussrechte mit Grundbucheintrag) verfügen. Entscheidungen sollen im Konsens getroffen werden.

Arbeitspflichten wollen wir nicht definieren. Allerdings besteht der sachliche Zwang einer jährlichen Bearbeitung, da die Fläche sonst verbracht, was sehr hohe Kosten verursacht und letztlich zur Unbrauchbarkeit für landwirtschaftliche Produktion führt. Wir gehen von der Notwendigkeit des Maschineneinsatzes aus und schließen Aufträge an z.B. den lokalen Maschinenring nicht aus, sofern wir selbst nicht über die nötige Arbeitsleistung und Maschinerie verfügen.

Sofern das Grundstück Bauen und Wohnnutzung zulässt, ist auch dies für unser Vorhaben interessant.

Wir können derzeit 21.000 EUR einbringen, benötigen allerdings ca. das Doppelte für einen Kauf, da wir eine Fläche von mindestens einem Hektar ins Auge fassen. Je schlechter die Fläche erreichbar ist, desto größer sollte sie sein.

Wir suchen daher noch drei Personen, die jeweils eine Summe von 8.000 EUR beitragen können. Besonders freuen wir uns über Leute, die in der Süd- oder Weststeiermark wohnen. Grundsätzlich sind aber alle BeiträgerInnen willkommen.

Unser Projekt sehen wir in einer weiteren Perspektive. Möglichst viele Flächen sollten dem Markt dauerhaft entzogen werden. Dazu gibt es schon relativ detaillierte Überlegungen für eine übergreifende Körperschaft als Dach solcher Projekte.

Kontakt bei Interesse: andreas.exner ÄT aon.at

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2 Kommentare zu “Über uns

  1. Kmentemt sagt:

    Habe über epo davon erfahren. Ein interessantes Projekt und wenn ich 8.000,- € übrig hätte so würde ich mich beteiligen, auch wenn ich nicht in Graz wohne.
    Aber was ich überhaupt nicht verstehe ist der Satz:“ Möglichst viele Flächen sollten dem Markt dauerhaft entzogen werden.“? Gilt dies nicht für jeden Käufer, der Grund und Boden erwerben will? Verwechselt ihr hier nicht eine langfristige, ökologische Nutzung mit Eigentum?
    Danke für eine genauere Erklärung.
    Christopher

  2. Hi Christopher,

    Wir wollen, dass diese Fläche (und allfällige weitere) nie wieder verkauft werden, das heißt, dass sie keinen Vermögenswert mehr darstellen, also nicht mehr in Geld umgesetzt werden können.

    Viele Probleme in der Landwirtschaft und in anderen gesellschaftlichen Bereichen wurzeln darin, dass Ressourcen Waren sind, also grundsätzlich mal für den Verkauf produziert oder angeeignet werden und immer „auf Abruf“ stehen für einen Verkauf.

    Deshalb fallen viele Flächen brach, obwohl sie genutzt werden könnten. Und andere werden zum Beispiel verbaut, weil das mehr Geld einbringt. Sicherlich könnte man auch Flächen pachten. Im Fall von Pacht ist aber ein ungleiches Machtverhältnis zwischen Pächtern und Verpächter gegeben, das wir nicht eingehen wollen.

    Eine andere Art des Ressourcenumgangs, die uns sinnvoller erscheint, besteht darin, Commons (Gemeingüter) zu schaffen, die vor Verkauf/Privatisierung von einer Gruppe von Menschen geschützt werden, die auf gleicher Augenhöhe kooperieren. Diese Ressourcen sind dann dem Markt/dem Verkauf dauerhaft entzogen – und damit auch ökologisch und sozial schädlichen, weil profit- oder verkauforientierten Produktionsweisen.

    Ein Problem ist bei Gemeingütern allerdings, dass sie auch sehr exklusiv sein können. Daher ist uns wichtig, dass ein Teil der Ernte gratis abgegeben wird.

    Verstehst Du, was wir meinen?

    LG Andreas

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