Jetzt geht’s los

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Februar 3, 2014 von Andreas

Gestern, Sonntag den 3. Februar hatten wir unser erstes Treffen, nachdem sich die Flächenfreikaufgruppe bisher nur einmal einigermaßen vollzählig bei unserem Acker selbst eingefunden hatte.

Was bisher geschah?

Nun, ein 3.600 Quadratmeter großer Acker (momentan noch Wiese) neben einem Bach in der Gemeinde Wettmannstätten, Bezirk Deutschlandsberg ist nun Eigentum des Vereins „Flächenfreikauf“. Unser Ziel ist eine nicht-kommerzielle Landwirtschaft und wir wollen die Idee praktisch propagieren, landwirtschaftliche Flächen dem Markt auf Dauer zu entziehen. Sie sollen nach den solidarischen Regeln von Gemeingütern bewirtschaftet werden, und nicht nach den profitorientierten Regeln des Marktes. Wir machen mal einen kleinen Anfang damit.

So planten wir nun die Arbeitsschritte um aus der Wiese einen Versuchsacker zu machen. Denn wir stellen uns auf viele Fehler im ersten Jahr ein. Wir werden sehen, was wächst und was nicht, und auch ein Hochwasser, vor dem die bachnahen Bereiche nicht sicher sind, könnte uns so manchen Strich durch den Anbauplan machen.

Wir freuen uns auch über Zuwachs, eine Gartenkundige ist zu uns gestoßen, und eine weitere Person interessiert sich ebenfalls handfest für’s Mitmachen.

Wir werden zuerst beim Maschinenring um Angebote anfragen, die Wiese umzubrechen, wobei wir eine wendelose Methode bevorzugen würden, also keinen Pflug. Danach wollen wir ein Wegekreuz anlegen, das die Parzelle in vier etwa gleich große Flächen teilt. Die Flächen können weiter unterteilt werden, sollen jedoch grundsätzlich die Basis für eine Rotation der Kulturen darstellen. Zu dem Zeitpunkt sollte schon eine Menge Stroh dort liegen, das wir für das Auslegen der Hauptwege verwenden könnten. Vor allem aber sollte es uns den Erdapfelanbau erleichtern, dazu gleich mehr. Auch das Soziale will gepflegt sein, und für eine allfällige Hütte, deren Planung wir für den Frühsommer ins Auge fassen, brauchen wir ohnehin eine Baugenehmigung, das heißt, wir werden mal die Nachbarn und vor allem den Bürgermeister kennenlernen.

Was also möchten wir anbauen?

Auf einer Fläche Erdapfel, wobei wir versuchen möchten, sie in Stroh zu setzen. Zwei von uns haben damit gute Erfahrungen gemacht, der Ertrag war nicht schlechter als im Erdboden. Man erspart sich die Erdarbeiten, hat saubere Erdäpfel und möglicherweise könnten wir sogar auf die Fruchtfolge verzichten. Freilich müssen wir das Stroh in der getreidelosen Gegend erst mal organisieren, es kostet, und das Verteilen geht auch nicht ohne Schweiß.

Auf einer zweiten Fläche planen wir Speisekürbis, den wir teilweise vorziehen möchten, zum größeren Teil aber aus pragmatischen Gründen mal einfach direkt säen. Mal sehen, was daraus wird.

Auf einer dritten Fläche wollen wir Gründüngung starten, und zwar in drei verschiedenen Kulturen: Sonnenblumen, deren Stiele man gut zum Aufspannen von Tomaten verwenden kann, Fazelie als Bienenweide und wegen der Optik, und Buchweizen; den kann man zwar nicht realistisch ernten und dreschen, aber vielleicht fällt uns doch was dazu ein; ansonsten war’s jedenfalls gut für den Boden.

Die vierte Fläche soll für Feingemüse reserviert sein. Da wollen wir uns für dieses Jahr mal eher austoben, das heißt jede und jeder bringt dort ein, worauf gerade Lust besteht. Möglichst viel auszutesten kann für die kommenden Jahre schon mal Erfahrungswerte schaffen. Zwiebel und Knoblauch sind wohl Fixstarter, Lavendel wäre fein als Dauerkultur zwischendrin, Rote Rüben sind ein Renner, und vielleicht noch Mangold, Zucchini und so allerlei.

Damit komm ich schon zu einem Hauptthema, nämlich den Tomaten. Die sollen dieses Jahr Teil eines Sortenversuchs sein, den Seppi Obermoser vom elevate und crossroads Festival in Graz organisiert, selbst Tomatenexperte und Saatgutaktivist. Seppi hat uns gleich mehrere Sorten überlassen, die alle freilandtauglich sind: kein Gießen, kein Überdachen – das jedenfalls sollten wir überprüfen. Hier die Sorten:

Skykomish

Skykomish (Tomatoes)

Early Sue und Cocktailtomate Fredi sowie Salattomate Clarita – leider gibt’s dafür keine Fotos. Damit können wir auch für die Salattomate Schönhagener Frühe nicht dienen, die uns Seppi dankenswerterweise ebenso hat zukommen lassen.

Die Knackige Clou kommt auch noch dazu:

Nebst Primavera:

Dann haben wir da noch Matina

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Nepal

Nepal

…und Moskovich

die leider wieder ohne Foto bleiben muss,

genauso wie die Sorte Gusti.

Genug zu tun also! Aber noch liegt ja der Schnee…

We’ll keep you updated. See you soon.

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Ein Kommentar zu “Jetzt geht’s los

  1. Gute Frage, ob solche Projekte nicht mehr in Richtung Beschäftigungstherapie und Bidermeier 2.0 gehen. Mit der Zeit und Energie die da rein gesteckt werden, könnte zum Beispiel im Bereich Kampf gegen Schikanierung der an den Rand der Gesellschaft gedrängten durch AMS und Mindestsicherung vermutlich deutlich mehr Menschen geholfen werden. Dass gewisse Themen in Österreich so massiv verdrängt werden, weil es eben auch darum geht, dass wir alle, ob wir es wollen oder nicht, ein Teil des Systems verbleiben, ist schon bezeichnend für Österreich.

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