Erdapfellegen: Einsaat zweiter Streich

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April 27, 2014 von Andreas

P1090015Heute fanden wir uns zu fünft am Acker ein, um die verbleibende Parzelle á 800 Quadratmeter mit Erdapfel zu bepflanzen. Einen kleinen Teil mulchten wir mit Stroh. Die Wasserbaubehörde hatte an dieser Stelle Holz gelagert, weshalb ein Eggen nicht möglich war. Das nahmen wir zum Anlass die Strohmethode auszuprobieren. Dabei werden die Erdäpfel in die Mulchschichte gelegt. Die andere Hälfte Stroh werden wir zum mulchen der später auszupflanzenden Freilandtomaten verwenden. Als großflächige Methode scheint der Ansatz nicht geeignet, wenn man bedenkt, dass ein Ballen 50 Euro kostet.

P1080933Den größeren Teil der Parzelle bearbeiteten wir auf traditionelle Weise mit Haue und Rechen. Zuerst begannen wir Rillen zu ziehen, bis wir hinterfragten, weshalb es nicht ausreichen sollte, die Erdäpfel einfach in einzelne Löcher zu legen. Die Löcher wurden zugerecht und werden später, wenn das Kraut sichtbar ist, angehäufelt werden.

Vier erwachsene Arbeitskräfte brauchten für 50 Kilogramm Erdapfelsaatgut, das wir beim Biobauern besorgt haben, fünf Stunden. Die Erdäpfel würden wir in Hinkunft gern selbst weiter vermehren, denn die Kosten von 100 Euro schlagen auch hier zu Buche.

P1080956Von unserem ersten Einsaattag vor etwa zwei Wochen sind bereits Sonnenblume, Buchweizen und Phazelie aufgelaufen sowie Mairübchen. Letztere werden kräftig zu vereinzeln sein. Phazelie wurde wahrscheinlich zu dicht gesät, was bei manueller Arbeit und den sehr kleinen Samen leider nicht anders möglich war. Mal sehen, wie sie sich bei Dichtstand dann entwickelt.

P1080942Kürbis kam noch nicht, vermutlich haben wir ihn etwa zwei Wochen zu früh gesät. Sollte er wegen des kühl-feuchten Wetters verrotten, müssen wir alsbald nachsäen. Das werden wir in etwa zeitgleich mit der Auspflanzung der Tomaten machen, also in vielleicht zwei oder drei Wochen. Kraut kam auch noch nicht, ebenso wie Rote Rüben – da machen wir uns allerdings keine Sorgen.

 

Stroh wird geliefert. Steht in der Wiese rum. Die Brigade geht ans Werk.

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Rhythmisches Arbeiten.

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Neue Perspektiven nach getaner Arbeit.

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Mit Stroh wurde nur eine kleine Fläche der Erdapfelparzelle belegt. Das Saatgut wurde zerschnitten, um möglichst viel Pflanzgut zu erhalten.

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Zuerst wird noch fleißig gegraben.

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Dann entpuppt sich ein Pflanzloch als ausreichend.

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Messen kreiert Muster. Von der Straße her sind die Strohfläche und der dunkelbraune, weil bearbeitete Teil des Ackers zu sehen, der nun 50 kg Erdäpfel in sich birgt.

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Buchweizen ist schön aufgelaufen, und auch Phazelie.

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Zwei Mairübchenstrecken links im Bild, Rote Rüben und Kraut rechts davon sind noch nicht zu sehen. Und der Rest vom Acker? Rechts im Bild vorne die Gründüngung, dahinter Kürbis, der hoffentlich noch keimen wird…

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3 Kommentare zu “Erdapfellegen: Einsaat zweiter Streich

  1. AW sagt:

    Hallo, und Kompliment für eure Arbeit. Als Küchengärtnerin kann ich nur raten, sehr kleinkörniges Saatgut immer mit etwas Sand vermischen und diese Mischung dann zur Aussaat bringen. So verhindert man, dass zu dicht gesät wird. Das gilt auch für die Aussaat von Karotten, Salatrauke etc.

    Mein Bruder führt eine Landwirtschaft in Permakultur und streng ökologisch. Er zieht sämtliche Gemüsepflanzen vor (Kraut, Rüben, Kürbisse etc…). Dafür hat er ein altes Partyzelt zu einer Art Anzucht-Gewächshaus umfunktioniert und zieht dort die Pflanzen vor. So muss am Feld nicht mehr vereinzelt werden. Zur Info: Die Landwirschaft meines Bruders beträgt rund 23 Hektar Acker und Grünland zusammen, wovon circa die Hälfte unter Kultur steht.

    Kürbisse, Gurken, Zucchini etc. benötigen bis zu 20 Grad Bodentemperatur zum Keimen. Das geht im Freiland erst Ende April. Hier gilt eine Regel bei Küchengärtnern: Gerade diese frostempfindlichen Sorten erst ab Mai ins Freiland säen und vorgezogene Pflanzen auch erst nach den Eismännern (Eisheilige = Tage um Mitte Mai herum) ins Freie setzen. Auch Bohnen werden erst Anfang Mai in die Erde gelegt.

    viel Erfolg mit dem Kartoffelversuch auf Stroh. Das ist neu für mich, haltet mich am Laufenden über die Ergebnisse.

    Beste Grüße von der küchengartelnden Nachhaltigkeitsjournalistin,
    Angelika

    • Andreas sagt:

      Säen mit Sand: Ja, daran hatte ich auch schon gedacht. Allerdings stellte sich mir die Frage, erstens wo soviel Sand herbekommen, zweitens ob es nicht für den Boden auf Dauer problematisch sein könnte, ihn immer wieder mit Sand anzureichern. (Wobei der eh eher lehmig ist, also von daher etwas Sand nicht schaden könnte.) Andererseits braucht man ja in der Tat keine große Menge. Also: to be considered! Danke! – auch für die weiteren Infos! … sowas können wir gut gebrauchen … was das Kraut angeht, so wäre interessant zu wissen, wie das früher gemacht wurde. Mir fällt da die stehende Redewendung „Kraut und Rüben“ und des „Krautackers“ ein. Ich vermute, weiß aber nicht, dass man früher Kraut direkt gesät hat. Heute macht das scheinbar niemand mehr. Beim Speisekürbis scheint Vorziehen üblich zu sein. Da vertrauen wir mal drauf, dass, sofern der Saatzeitpunkt dann mal passt, der Ölkürbis, der in der Gegend ja die Hauptfrucht neben Mais ist, und direkt gesät wird, sich nicht soviel anders verhält.

      • AW sagt:

        alles klar, Andreas! An „Kraut und Rüben“ hatte ich jetzt auch nicht gedacht. Vielleicht fragst du dich mal in der Permakultur-Szene zu dem Thema um.

        Statt Sand kannst du auch mit anderen Gemüsesorten mischen. Ich kenne das und praktiziere es aus der Permakultur. Da werden unterschiedliche Korngrößen von Saatgut gemischt und FLÄCHIG aufgebracht. Aber Permakultur-Leute sind auch keine Reih und Glied Pflanzer. 🙂
        Auf meinem Hügelbeet habe ich heuer im Frühjahr so eine Mischung verwendet: verschiedene Pflücksalate, Radieschen, Mangold, Spinat, Salatrauke. Immer mischen in Hinblick auf die Mischkultur, was sich nämlich gegenseitig verträgt. also vielleicht mal bei Permakulturen vorbeisehen und sich dort anschauen, wie die das mit dem Kraut und dem feinen Saatgut machen.
        Viel Erfolg,
        Angelika

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