Erster Weixl-Newsletter, Frühling 2014

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Mai 5, 2014 von Andreas

Hier der erste Weixl-Newsletter. Auch unser Projekt durfte sich darin vorstellen.

Beim letzten Reclaim the Fields „Österreich“-Treffen in Nikitsch im Feber haben wir beschlossen, dass wir uns ab jetzt „weixl“ nennen. Weil leckerer und schöner 🙂 Und da sich an allen Ecken und Enden so einiges zu regen scheint und wir es schön finden würden mehr voneinander zu wissen, entstand die Idee eines Weixl-Newsletters. Um alten Freund_innen zu berichten, was sich in unseren Projekten und Kollektiven grad so tut, um neuen Menschen zu zeigen wo es überall zu wachsen beginnt und um allen dazwischen und uns selbst Mutgeschichten zu erzählen.

Hier also Weixl-Newsletter die Erste. Danke euch allen fürs Schreiben! Für die Vielfalt an Geschichten.

Eine andere Welt ist ja doch pflanzbar!

GEMEINSAM für GLÜCKLICHES GEMÜSE, Hard/Bregenz, Vorarlberg

Wir produzieren und verwerten gemeinschaftlich gesundes Gemüse und Obst ökologisch, lokal und zu einem fairen Preis. Rund 50 Gemüse- und Obstarten werden in Hard und Bregenz auf über 2000m² angebaut. Die Ernte wird ab Mai 2014 wöchentlich auf die Mitglieder aufgeteilt und zur Abholung bereitgestellt. Auf diese Art führen wir Produzentinnen und Konsumentinnen näher zusammen und lernen Pflanzen vom Samen bis zur Frucht kennen und schätzen. Die Mitglieder teilen sich die Fixkosten und unterstützen die Initiative und die verantwortliche Gemüsegärtnerin nach Möglichkeit auch tatkräftig. Organisierte Gemeinschaftsaktionen und Feste, bei denen wir unser Schaffen zelebrieren, sind uns genauso wichtig. Durch unser Tun wollen wir weg von den Kosten des einzelnen Gemüse hin zur pauschalen Finanzierung der landwirtschaftlichen Tätigkeit per se lenken. Wir sind selbstorganisiert und halb-professionell. Denn wir und unser Gemüse wolen gleichsam und respektvoll mit den Kreisläufen der Natur wachsen und gedeihen.

Kontakt: G_G_G@gmx.at

Hofkollektiv Wieserhoisl

Wir sind derzeit acht Erwachsene und drei Kinder. Unsere Tiere sind im Laufe der letzten Jahre langsam mehr geworden, der landwirtschaftliche Grund den wir bewirtschaften ebenso und die Vielfalt der Aktivitäten und Aktionen ist stetig gestiegen. Da gibt es die Arbeit mit den Schafen, mit dem Gemüse- und Kräutergarten, mit den Obstbäumen und dem Wald, den Aufbau einer Lebensmittelkooperative in Deutschlandsberg, den Schritt von Gemüsekisten zur Solidarischen Landwirtschaft und die erste Wieserhoisl Hofband „die Kartoffelkäfer“.

Wir bewegen uns im landwirtschaftlichen Spannungsfeld, da uns viele Entwicklungen auf die eine oder andere Art betreffen, zum Beispiel die auf EU Ebene heftig umstrittene neue Saatgutverordnung. Somit versuchen wir in einem gut eingebetteten Netzwerk fleißig widerständig zu sein!

Mehr Infos und Kontakt unter: www.wieserhoisl.at

Hofkollektiv Zwetschgen

Wir sind die Zwetschgen – mit g oder k oder gk ist uns grad noch eher schnurz Was uns nicht schnurz ist, ist, das wir es nach langem langem suchen, planen, denken, träumen, vernetzen, reden …. scheinbar (glauben tun es manche noch nicht) geschafft haben. Wir haben einen Hof ( eigentlich eine alte Holzmühle) gefunden und beleben, bespaßen und bearbeiten die Häuser hier und das riesen Gelände drumherum nun seit Anfang diesen Jahres.

Wir, das sind zu erst einmal die 3 bis 5 Menschen die hier leben (drei wohnen fix hier, eins ist oft da, eins zieht im April ein), ein Hund, bald eine Katze. Ja und dann alle die schon auf Besuch waren oder kommen werden, die hier noch leben und/oder arbeiten wollen und so weiter und so fort.

Wir können uns grad vieles vorstellen und träumen auch immer weiter und weiter. Was fix ist, ist das wir ein Konzept haben, was mensch gern lesen kann, eine gemeinsame Solidarökonomie, die (noch) gemeinsam organisiert ist mit einer Solidarökonomie aus/in Wien, ein wöchentlicher Zwetschgen Tatsch bei dem wir uns auch mal anschreien dürfen, aber auch Spaß miteinander haben wollen und eben alles persönliche zwischenmenschliche bequatschen und betüddeln.

Außerdem wollen wir einen Platz schaffen, an dem viele arbeiten können, so wie sie das für richtig halten. Seis an den Dingen, die für die Gebäude/das Gelände gut sind, seis um nach außen zu gehen um unsere Lebensideen, unser Wissen etc. nach außen zu transportieren.

Aber da es ja auch Mutgeschichten sein sollen: Bitte habt Mut. Habt Mut raus zu gehen, habt Mut uns zu besuchen, habt Mut zu träumen, und vor allem habt Mut diese Träume anzugehen einfach auszuprobieren.

Und dann: ihr seid herzlich eingeladen uns zu fragen wo mensch diesen Mut herbekommt (ob wir dann antworten können weiß ich allerdings nicht:). Ihr könnt uns besuchen kommen, zum spazieren gehen oder zum mithelfen und gestalten, ihr könnt euch überlegen ob ein Leben in Gemeinschaft auf dem Land im Waldviertel (fast vergessen wo das ganze ist) etwas für euch wäre, oder wie ihr uns unterstützen könntet. Homepage kommt bald, im August wird es treffen für Kommune/Gemeinschaftsinteressierte Menschen geben, bis dahin könnt ihr uns erreichen über eine private Mailadresse:

b.laner@riseup.net

Ko.Sy – Zugang zu Land

Der Name Ko.Sy steht für “Kollektives Syndikat”, und dahinter verbirgt sich ein Verein mit dem klingenden Namen „Verein für die nicht kommerzielle zur Verfügungstellung von Ressourcen für eine kollektive und emanzipatorische Nutzung“. Ganz nach dem Motto “statt besitzen will ich nutzen” ist es Ko.Sy ein großes Anliegen Infrastruktur wie Land, Häuser oder Höfe, aber auch Wissen oder Erfahrung für kollektives Leben bereitzustellen. In diesem Sinne möchten wir ein Projekte übergreifendes Netzwerk aufbauen, das dem Austausch und der gegenseitigen Unterstützung dient und es den einzelnen Beteiligten ermöglicht den Schwierigkeiten des Privateigentums zu begegnen. Einer der Grundansätze unserer Idee ist die Trennung von Eigentum und Nutzung. Dadurch soll ein dauerhaftes Freispielen von Objekten, Land oder Produktionsmitteln aus dem Spekulations,- und Erbschaftskreislauf erreicht werden.

Da die bisherigen gesellschaftlichen Strukturen für Ideen wie diese nicht ausgelegt sind, braucht es natürlich einiges an Kreativität und Zuversicht, um passende Rechtsformen zu finden und den ersten Schritt hin zu anders-kollektiven Prozessen zu wagen. Unter Bezugnahme auf das zapatistische Motto „fragend schreiten wir voran“ arbeiten wir seit geraumer Zeit daran weitgehend unerprobte Lebensformen ein Stück weit zu realisieren.

Unsere Vereinsstruktur steht mittlerweile, nun sind wir auf der Suche nach Menschen, die unsere Idee sowohl ideel als auch finanziell unterstützen möchten.

Solltest du Interesse an weiteren Infos oder Vernetzung haben, dann schau doch einfach auf unseren Blog zugangzuland.noblogs.org oder schreib uns unter

zugangzuland@riseup.net

Mühle Nikitsch

Wir sind eine kleine Gruppe von 4 Erwachsenen, die Ende 2012 (damals noch zu fünft) das Gelände des ehemaligen Seminarzentrums Energiemühle in der kroatischsprachigen Gemeinde Nikitsch/Filež erwarben. Seitdem versuchen wir hier unsere verschiedenen Ideen und Vorstellungen eines kollektiven Lebens, Arbeitens und Landwirtschaftens zu verwirklichen.

Unsere Aktivitäten konzentrierten sich bis jetzt vor allem auf die Landwirtschaft und den Aufbau eines kleinen alternativen Seminarbetriebs sowie die Renovierung und Adaptierung des gesamten Geländes. Derzeit bewirtschaften wir etwas mehr als 2 ha Land, die sich in einen grossen Acker und drei kleinere Flächen unterteilen, auf denen wir Gemüse, Kartoffeln und heuer erstmals Speisesoja für die Tofuproduktion anbauen. Unsere Räumlichkeiten stellten wir bis jetzt vielen Gruppen und Freund_innen wie AgrarAttac, dem Prekärcafe, oder dem TüWi für ihre Treffen und Klausuren zur Verfügung, aber auch dem örtlichen Kulturverein oder der VHS in Mattersburg. Große Priorität hat für uns auch die Vernetzung mit anderen Kollektiven und Gruppen, die ähnlich Ziele verfolgen wie wir, sei es am Land oder in der Stadt (Longo Mai, Wieserhoisl, etc.)

Und da gerade eines unserer Gründungsmitglieder ausgezogen ist, sind wir auch auf der Suche nach Menschen, die Interesse haben mit uns hier gemeinsam ein kulturpolitisch landwirtschaftliches Projekt weiter voran zu treiben, welches erst langsam anfängt klarer Gestalt anzunehmen.

Kontakt: muehlenikitsch@a1.net Tel.:+4369981325868

Netzwerk Existenzgründung in der Landwirtschaft (N.E.L)

Innerhalb der letzten 10 Jahre fielen allein in Österreich jedes Jahr rund 4.000 landwirtschaftliche Betriebe dem Strukturwandel zum Opfer. Die Gründe für diese Betriebsaufgaben sind vielfältig. Ein wesentliches Problemfeld ist das Fehlen von HoferbInnen. Dies liegt in vielen Fällen daran, dass die Kinder andere Berufsvorstellungen haben. Seltener handelt es sich um BetriebsleiterInnen, die generell keine Erben in der Familie haben. Andererseits ist bei vielen jungen Menschen ein reges Interesse an der Landwirtschaft zu beobachten, auch wenn sie selbst nicht direkt aus einer bäuerlichen Familie stammen bzw. keine Hoferbschaft in Aussicht haben. So befindet sich ein relativ hoher Anteil von SchülerInnen bzw. StudentInnen in landwirtschaftlicher Ausbildung, welche gerne den Beruf BäuerIn ergreifen würden. Ihnen fehlt es oftmals am Zugang zu geeigneten Höfen, um ihren Traumberuf zu verwirklichen. Eine Lösung für dieses Problem stellt die außerfamiliäre Hofübergabe dar. Eine Hofnachfolge außerhalb der Familie würde einerseits den Fortbestand der bäuerlichen Betriebe sichern und darüber hinaus eine Zugangsmöglichkeit für NeueinsteigerInnen in die Landwirtschaft schaffen. Es gibt bereits Betriebe in Österreich, welche erfolgreich außerfamiliär übergeben wurden. Diese positiven Beispiele zeigen, dass die außerfamiliäre Hofübergabe eine mögliche Alternative zur Betriebsaufgabe sein kann. Im Dezember 2013 haben sich Studierende (Universität Wien, BOKU Wien) und agrarpolitisch Interessierte zusammengeschlossen und den Verein N.E.L – „Netzwerk Existenzgründung in der Landwirtschaft“ gegründet. Ziel des Vereins ist es, außerfamiliäre Hofnachfolge und Existenzgründung in der Landwirtschaft mit verschieden Maßnahmen zu fördern. BäuerInnen, potentielle ExistenzgründerInnen sowie die interessierte Öffentlichkeit sollen durch Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung über die Thematik informiert und aufgeklärt werden. Der Verein möchte die rechtlichen, finanziellen und sozialen Rahmenbedingungen von außerfamiliären Hofübergaben und Existenzgründungen klären, um diese Informationen allen InteressentInnen zugänglich zu machen.

Den politischen und institutionellen AkteurInnen im landwirtschaftlichen Bereich soll die Existenzgründung als ein notwendiger Baustein zur Erhaltung bäuerlicher Betriebe und ihrer Diversität – und damit eines lebendigen ländlichen Raumes – vermittelt werden. Als langfristiges Zukunftsprojekt ist die Erstellung einer betreuten österreichischen Hofbörse angedacht, welche gleichzeitig als Informationsplattform dienen soll, wofür allerdings noch jede Menge Vorarbeit nötig sein wird.

Der Verein befindet sich noch in der Startphase und ist auch deswegen noch auf der Suche nach PartnerInnen, welche die Arbeit zu landwirtschaftlichen Existenzgründung und außerfamiliärer Hofnachfolge gerne fördern wollen oder an einer Vernetzung bzw. einem Austausch interessiert sind.

Kontakt: Johann Gangl nel.office@gmx.at

Sepplashof – Solidarische Landwirtschaft

wir – michaela und markus vom sepplashof – sind momentan in der heißen jungpflanzenanzuchtphase und gerade dabei, unseren neuen gemüseacker vorzubereiten, einzusäen, zaun und folientunnel aufzustellen, sträucher zu pflanzen, bienenstand zu erweitern sowie nebenbei an der renovierung der hofgebäude mit lehmputz und co. zu arbeiten. ab heuer arbeiten wir nämlich auf unserem eigengrund, den wir wegen komplizierter (ver)pachtsituationen erst jetzt zur verfügung haben. trotzdem wollten wir schon letztes jahr im kleineren rahmen beginnen und haben auf einem anderen, gepachteten, grundstück begonnen, gemüse, kräuter und obst für 32 mitglieder (auf 25 ernteanteile verteilt) einer solidarischen landwirtschaft zu ziehen.

dieses erste jahr hat uns einiges an erfahrungen gebracht, sowohl betreffend gemüsebau, als auch was die soziale komponente solch eines projektes betrifft, sowie auch bezüglich der politischen bildungsarbeit, die uns sehr wichtig ist.

„es tut sich viel“ ist fast schon eine inflationär gebrauchte floskel, denn bei aller begeisterung, die für themen wie ökologische landwirtschaft und gesunde nahrungsmittel da ist, bleibt unserer ansicht nach immer noch viel zu tun, um auf die politische dimension und das fast schon revolutionäre potential von solidarischer landwirtschaft hinzuweisen. eine aufgabe, die auch im internationalen vergleich besonders wichtig erscheint.

was uns jedenfalls sehr freut, ist, dass sich im dörflichen kontext immer wieder und immer häufiger „fruchtbare begegnungen“ mit nachbarn und anderen bäuerinnen ergeben. diese sind interessiert und neugierig, was wir denn da am feld so treiben, was wir da säen und setzen – das südburgenland ist keine typische gemüsebau-gegend, daher zeigen sich viele erst mal überrascht, und freuen sich dann, „dass sich wieder was tut“. dabei wird auch viel für uns hilfreiches „ich kenn da wen“ und „ich weiß da was“ weitergeben.

sehr fein ist auch zu beobachten, wie sich unsere mitglieder und wir uns selbst innerhalb der solawi-gemeinschaft entwickeln. wir glauben, das hier ganz wertvolle bildungsprozesse – individuell als auch kollektiv – im gange sind, die äußerst fruchtbare und „ansteckende“ wirkung haben können. 🙂

vom aktuellsten highlight können wir noch berichten: anfang des jahres haben wir im rahmen unserer solawi-stammtische zu einem ersten offenen stammtisch (also auch mit „nicht-mitgliedern“) eingeladen und kurz das thema foodcoops vorgestellt (da wir das konzept spannend finden und uns gefragt haben, ob das für den ländlichen raum auch ein thema ist). aus diesem abend heraus hat sich eine gruppe zusammengetan, die nun konkret an einer foodcoop-gründung arbeitet. mittlerweile gab es drei treffen mit insgesamt ca. 30 interessierten. auch arbeitsgruppen wurden beim letzten treffen gegründet, um die foodcoop-gründung weiter zu konkretisieren.

unser motto: von wegen ES tut sich was – tua ma wos!

infos und neuigkeiten zur solawi hier: sepplashof.at und hier:

www.facebook.com/pages/Sepplashof-Solidarische-Landwirtschaft-Community-Supported-Agriculture/394606000622748

SoliLa!

SoliLa! steht für Solidarisch Landwirtschaften! und ist ein Kollektiv, das aus der Landbesetzung in Wien im April 2012 entstand. In dieser Saison will SoliLa! vor allem eins – solidarisch Landwirtschaften! Da sich das zwischen ständigen Räumungsdrohungen und dem täglichen Leben und Aufrechterhalten einer Besetzung erfahrungsgemäß nicht in dem Ausmaß verwirklichen ließ, wie wir es uns gerne gewünscht hätten, wagen wir diese Saison einen nicht so naheliegenden Schritt: wir pachten! In der Lobau wollen wir gemeinschaftlich Gemüse anbauen und dieses bedürfnisorientiert an alle die Lust drauf haben verteilen. Gemüse soll an Menschen und Gruppen gehen, die keinen Bock auf Supermarkt und die Welt in der dieser steht haben. Demnächst wird es eine Veranstaltung geben, bei der wir mit interessierten Gruppen und Einzelpersonen darüber genauer diskutieren wollen wie eine Nicht-Kommerzielle Landwirtschaft konkret ausschauen könnte.

Die Junpflanzen spriesen und am 17.April, dem Tag des Kleinbäuerlichen Widerstands, wird es einen ersten großen gemeinsamen Garten-Aktionstag am Feld geben, bei dem wir viele bunte alte Kartoffelsorten pflanzen wollen. Wir freuen uns über bereits bekannte und noch unbekannte helfende Hände.

Mehr Infos auf unserem Blog: solila.blogsport.eu

Widerstand ist fruchtbar!

Verein Flächenfreikauf, Steiermark

Die Ursprungsmitglieder der Gruppe (6 von heute 10 AktivistInnen) lernten einander in Aschbuch in der Südsteiermark kennen. Dieses Grundstück versprach Raum für alternative Landwirtschaft im Unterschied zu Gartenbau, also eine größere Fläche, die Möglichkeit von Maschineneinsatz und den Anbau größerer Mengen einer geringeren Zahl von Feldfrüchten. Das Grundstück wies jedoch mehrere Problematiken auf, darunter Leute aus einem früheren, gescheiterten Projekt, die darauf wohnten sowie einen Grundeigentümer, der die Fläche nur verpachten wollte. Vor allem zwei der Ursprungsmitglieder hatten als Ziel jedoch einen Kauf vor Augen, um die Fläche wirklich der konventionellen Bewirtschaftung zu entziehen. Zudem wollte man sich nicht zum Erhalt des Grundstückswertes hergeben und damit für die Immobilienspekulation des Eigentümers, obwohl das Verhältnis menschlich gut war und wir schon einiges an Arbeit in die Fläche eingebracht hatten.

Nach der Trennung von der Fläche in Aschbuch begann die Suche zuerst nach weiteren Menschen, die einen Kauf finanzieren konnten. Ziel war von vornherein, die Fläche dem Markt zu entziehen. Damit würde der dauerhafte Verlust des Tauschwerts der Fläche einhergehen, da die Ursprungsgruppe keinen Ausstiegsmodus und Rückzahlungsweg vorsehen wollte (um den Markt dauerhaft auszuschließen und der Gruppe keine finanziellen Verpflichtungen aufzubürden).

Weitere Ziele waren die Teilhabe von Leute, die kein Geld einbringen und das Verschenken eines Teils der Ernte. Arbeitsverpflichtungen schlossen wir aus. Um den Zugang der Mitglieder eines zu errichtenden Vereins, der Eigentümer der Fläche sein sollte, dauerhaft zu sichern, entstand auf Anraten eines Rechtsanwalts die Idee, Fruchtgenussrechte lebenslang im Grundbuch festzuschreiben. Zudem hatte eine solche Konstruktion den Vorteil, einen Wiederverkauf sehr zu erschweren. Zusätzlich wurde das Ziel formuliert, mit einer geeigneten rechtlichen Struktur, etwa einem Aufsichtsrat, den Verein dauerhaft daran zu hindern, die Fläche wieder zu verkaufen.

Politisch verfolgte das Projekt zuerst einmal die Perspektive, Commons an Boden zu popularisieren und zu zeigen, dass auch Initiativen machbar sind, die den Markt praktisch in Frage stellen. Zweitens war die Produktion von Gemüse in einem landwirtschaftlichen Maßstab wichtig.

Es stieß neben den beiden ursprünglichen Geldgebern noch eine dritte Person mit entsprechenden Mitteln hinzu, einen solchen „Freikauf“ zu unterstützen. Nach der Besichtigung einiger Grundstücke bot sich eine 3.600 Qm Fläche in Wettmanstätten südlich von Graz in öffentlich gut erreichbarer Lage an. Diese wurde um rund 8.000 EUR gekauft. Suche und Kauf dauerten ca. ein Jahr lang, und im Oktober 2013 war die Fläche rechtlich im Eigentum des Vereins Flächenfreikauf. Dazu musste nachgewiesen werden, dass der Anbau des Vereins von einer landwirtschaftlich ausgebildeten Person geleitet würde, einer Anforderung, der pro forma gegenüber der BH Genüge getan werden konnte.

Die drei GeldgeberInnen finanzierten den Kauf ohne Gegenleistung außer dem Gebrauchswert, Zugang zum Land zu haben – ebenso wie die anderen, nicht finanziell beitragenden Vereinsmitglieder. Momentan (Stand März 2014) hat der Verein 10 Mitglieder und eine Person ist als Aktivistin inzwischen hinzugestoßen. Die Gruppe wünscht sich eine Erweiterung, auch um die absehbare Arbeitslast besser bewältigen zu können. Die Fruchtgenussrechte zu erweitern ist nicht angedacht, sollten aber in der Praxis auch keine Rolle spielen. Auch der Verein, so die bisherige Handhabung und Vereinbarung, hat keine praktische Bedeutung für die Gruppe.

Der erste Anbauplan sieht vor, die Wiese umzuackern und danach in vier Parzellen aufzuteilen. Es sollen in Rotation Erdapfel, Kürbis, Feingemüse (inkl. Tomatensortenversuch fürs Freiland) und Gründüngung angebaut werden. Erdapfel soll teilweise in Stroh kultiviert werden. Umackern und die Bereitung des Saatbetts wird der Maschinenring machen.

Eine Herausforderung der Fläche ist möglicherweise ihre Lage im Überschwemmungsgebiet eines Baches. Den Erkundigungen vor dem Kauf zufolge sollte die Überflutung aber erträglich sein.

Perspektivisch ist der Kauf von Arbeitsgeräten für den Verein Ko.Sy gedacht. Politische Aktionen zur Verschenkung eines Teils der Ernte im öffentlichen Raum sind ein Ziel. Die Gruppe sieht sich im Experimentalstadium und blickt allerlei Fehlern und hoffentlich auch Erfolgen entgegen.

Für mehr Infos und Kontakt: bodenfreikauf.wordpress.com

Waldgarten – Hof – Gemeinschaftsgarten – Mostviertel

Seit Februar bin ich wieder im Mostviertel zu Hause, habe keine Wohnung mehr in Wien. Ich bin froh den Schritt aufs Land gemacht zu haben und fühl, dass es richtig war das jetzt zu tun. Im Frühling in einer neuen Anbausaison da zu sein. Ich verbring viel Zeit mit Gärtnern und Pflanzen, das gefällt mir sehr gut.

Am Hof möchte ich heuer viel Zeit verbringen und mithelfen soweit es neben anderen Tätigkeiten (Studium, Pädagogik-Zeux, aktivistisches, usw..) geht. Meine Ambition ist es schon länger am Hof weiterzumachen, jetzt bin ich auch da um dies zu tun, und gurke weniger in wien und anderswo herum. Der Hof meiner Großeltern ist ein konventioneller Ackerbaubetrieb, ohne Tiere, mit ein bisschen Obstbäumen. Unser Boden ist verdichtet und ausgelaugt… über 40 Jahre konventioneller Bewirtschaftung haben ihre Spuren hinterlassen. Biologische Maßnahmen zur Bodenverbesserung zu setzen wäre sehr wichtig. Mit meinen Großeltern diskutier ich öfter über die Landwirtschaft. Von Bio konnte ich sie dabei bisher leider noch nicht überzeugen. Das heißt wohl, dass wir heuer weiter konventionell arbeiten, was innere und äußere Konflikte erzeugt. Heuer bauen wir das erste Mal (Speise)Soja an, statt Raps. Dabei werd ich wohl auch mehr Verantwortung tragen. Teile vom Anbau biologisch zu machen, brachte ich als Vorschlag ein, brachte aber nix. Und es fehlen uns auch die nötigen Geräte dafür. Beim konventionellen Anbau, und all seinen Maßnahmen mitzuhelfen wird sicher schwierig und ist eigentlich einfach mit meiner Sichtweise des Landbau’s nicht vereinbar.

Auf einem Teil des Ackers, werde ich heuer verschieden Gemüse anbauen, wahrscheinlich in Reihen, einen Komposthaufen werd ich auch machen. Für den Studienabschluss, und sowieso fürs Leben und Lernen, mach ich bei Margarete Langerhorst ein Gemüse-Praktikum in OÖ. Die Kräuterpädagogik-Ausbildung ist auch bald durch und verschieden Schulworkshops stehen an.

Im Waldgarten geht’s kontinuierlich weiter. Aussäen, Pflanzen pflanzen, Salate sammeln, beobachtet was sich so tut, den Pflanzen beim Wachsen zuschauen, Überlegungen anstellen und einen größeren Waldgarten aushecken…

Eine Baumschule ist im Entstehen. Wenn alles klappt dann gibt‘s Anfang Mai herum da viel zu tun, Baum- und Gehölzsamen eintopfen, schützen, usw.. Viele, Viele Samen meiner Waldgartenreise die grad noch schlummern, kommen dann ins Leben und ich werd versuchen sie bestmöglich beim Wachsen zu unterstützen. Wo sie mal alle wachsen werden, ist noch eine andere Fragen. Der Vorschlag von Heckenpflanzungen in der ausgeräumten, erosionsgefährdeten Landschaft um unser Dorf hat bisher leider noch nicht viel positive Resonanz erzeugt.

Im Gemeinschaftsgarten geht’s gut weiter. Heuer gibt’s kein großes Gemeinschaftsfeld mehr (das hatte letztes Jahr nicht so gut funktioniert) – dafür gibt’s ein paar neue Leute, und Einzel/Gruppen-Parzellen und andere Gemeinschaftsprojekte (Waldgarten, Holzkohle machen, Kompost, Vorträge und Workshops, Solardörrer, Gewächshaus, tralala u schallala:) . Es ist für mich auch echt gut und wichtig, da Leute zu haben mit denen mensch alternative agri-kulturelle Praxen leben und versuchen kann.

Im Moment ist die Zukunft relativ offen, v.a. die Frage wie es mit dem Hof weitergehen kann beschäftigt mich sehr. Einen Konsens innerhalb der Familie zur Bewirtschaftung des Hofes zu finden braucht wohl noch Zeit, auch die fixe Zusage, dass ich weitermachen darf gibt’s so noch nicht. Die Utopie einer anderen Welt vor Augen, schöpfe ich aber Kraft und Motivation für mein Tun am Land, auch in den derzeitigen Verhältnissen. Optimismus ist eine nötige Wegbegleitung, die Realität flasht dann aber manchmal schon sehr…

Sich mit mehr Leuten am Land zusammen zutun, ein kollektives Projekt anzugehen und verschiedene Ideen umzusetzen ist noch immer mein Wunsch für die Zukunft. Wann die Zeit reif dafür ist kann ich im Moment schwer prognostizieren. Die nächste Zeit wird sicher spannend und hoffentlich auch etwas Klarheit schaffen…

Roland

 

 

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